Schulchronik
Die Vorgeschichte
1983
In Hof nimmt ein Waldorfkindergarten seine Arbeit auf. Angeregt durch dessen pädagogisches Konzept, wünschen sich viele Eltern eine Fortsetzung der Waldorfpädagogik auch für das Schulleben ihrer Kinder.
1989
Eine Elterngruppe formiert sich mit dem Ziel, eine Waldorfschule in Hof ins Leben zu rufen, auch wenn die eigenen Kinder vielleicht nicht mehr von dieser Schulform profitieren könnten.
In der folgenden Vorbereitungszeit wecken diese engagierten Eltern mit zahllosen künstlerischen Aktivitäten, Gastspielen von Eurythmiegruppen und Vorträgen zur Waldorfpädagogik das Interesse einer breiteren Öffentlichkeit.
1991
Mit Waltraud Maus-Rinke und Walter Rinke von der Waldorfschule in Ulm als Gründungslehrer konkretisieren sich die Pläne. Ein weiterer Meilenstein ist die Bildung des Arbeitskreises Waldorfschule Hof e.V. als künftiger Wirtschaftsträger der Schule.
Gründung und erste Jahre
1992
Zu sehr günstigen Bedingungen stellt die Stadt Hof im Hofer Vorort Wölbattendorf das ehemalige Dorfschulhaus zur Verfügung, das in Eigenleistung von den Eltern zur Waldorfschule umgebaut wird.
Im September nimmt die Schule ihren Betrieb mit 62 Kindern in zwei Klassen (Jahrgang 1 und 3) und fünf Lehrer als Gründungskollegium auf.
1993
Die Schule wird um zwei Klassen zu einer vollständigen Grundstufe von Klasse 1 – 4 erweitert. Von da an wächst die Schule alljährlich um eine weitere Klasse.
Die benötigten Fachräume und Klassenzimmer werden durch einen Anbau mit zwei weiteren Klassenräumen und einem kleinen Festsaal gesichert. Ein bereits vor der Schulgründung erworbenes und zerlegt zwischengelagertes ehemaliges Tennisheim wird als Pavillon mit Büro und Klassenraum auf dem Schulgelände wiedererrichtet. Dabei werden viele freiwillige Arbeitsstunden der Waldorfeltern eingesetzt.
Umzug und weiterer Ausbau
1996
Die Stadt Hof erwirbt ca. 20.000 m² Gelände auf dem Hofer Otterberg in unmittelbarer Nachbarschaft des Waldorfkindergartens und stellt es dem Schulverein als Erbpachtgelände zur Verfügung.
Nach der feierlichen Grundsteinlegung im April 1996 wird der erste Bauabschnitt in einfacher Holztafelbauweise aber ausgestattet mit modernster, umweltbewusster Technologie errichtet. Hier entstehen sieben Klassenzimmer, ein Handarbeitsraum, zwei Gruppenräume, der Eurythmiesaal, das Lehrerzimmer, das Schulbüro, sowie Technik-und Kopierraum und sanitäre Anlagen. Die von der Viessmann AG gespendete Heizungszentrale wird als Feldversuchsanlage in einem Container neben dem Schulhaus installiert. Durch den Abbau des Holzanbaus und des Pavillons am ehemaligen Schulstandort und deren Wiedererrichtung auf dem neuen Schulgelände entstehen ein größerer Festsaal, weitere Gruppenräume sowie ein Baubüro und Werkstätten, die von den zahlreichen Helfern aus der Waldorfgemeinschaft genutzt werden.
Bereits im September beziehen sechs Schulklassen die neue Waldorfschule auf dem Otterberg.
1997
Weitere Baumaßnahmen werden realisiert. Neben dem Bühnenbereich entstehen Gruppenräumen für die Fächer Gartenbau und Informatik. Die Errichtung einer weiteren Toilettenanlage ermöglicht die Montage einer Fotovoltaikanlage auf dem überdachten Zugang dorthin. Der Schulgarten wird angelegt und mit einem gespendeten Gewächshaus ausgestattet.
1998 / 1999
Als erster staatlich geförderter Bau entsteht der heutige Unterstufenbau mit vier Klassen- und zwei Gruppenräumen, Pausenhalle, einem weiteren Eurythmiesaal, Nebenräumen und Toiletten.
Als Abgrenzung des Schulgeländes zur Bundesstraße wird ein Lärmschutzwall aufgeschüttet. Auf diesem ca. 1,3 ha großen Areal wird im Rahmen der Forstepoche der 9. Klasse ein Schulwald angelegt. Gefördert durch die EU und unterstützt von einem Förster schaffen die Schüler eine ökologische Nische mit ca. 10.000 heimischen Laub- und Nadelbäumen sowie mit Büschen und Hecken, das von einem Lehrpfad durchzogen wird.
1999 − 2001
In 18-monatiger Bauzeit wird das bislang größte Bauvorhaben umgesetzt. Ein Saalbau kombiniert die benötigte Turnhalle mit einem Festsaal. Die doppelte Nutzung wird durch die Möglichkeit des Versenkens der Bühne ermöglicht. Angegliedert ist ein Konditionsraum und mit separatem Eingang ein Treppenhaus und ein Klassenzimmer für die Abiturklasse.
Weitere Bestandteile des Gebäudekomplexes sind ein Holzwerkraum mit angegliedertem Maschinenraum, ein Plastizier-Atelier mit Tonbrennraum, ein Handarbeitsraum für Schneidern, Spinnen, Weben und Korbflechten sowie ein Buchbinderaum. Zur Warmwasserbereitung wird auf dem Dach eine Solaranlage montiert.
Ebenfalls im Rahmen der Baumaßnahmen und Rekultivierung wird das Gelände terrassiert und eine Fläche für den zukünftigen Sportplatz und eine 100 m- Laufbahn angelegt.
2002
Erster Realschulabschluss. Die SchülerInnen des ersten Jahrgangs legen erfolgreich die Prüfungen zur Mittleren Reife ab und beenden als erste Klasse ihre Schullaufbahn an der FWS Hof.
2003 / 2004
Ein weiterer wichtiger Meilenstein in der Schulgeschichte der Hofer Waldorfschule ist das Einsetzen der vollen gymnasialen Bezuschussung nach dem erfolgreichen Bestehen der Abiturprüfungen der ersten beiden Abiturjahrgänge 2003 und 2004.
Wir bauen immer wieder
2003
Mit dem Ausbau der Schule entsteht bei Eltern und Schülern der Wunsch, den „Lebensraum Schule“ auch über den Unterricht hinaus zu genießen. Eine Nachmittagsbetreuung wird eingerichtet und die erste – kleine – Schulküche installiert.
2007
Unter Nutzung des Investitionsprogramms „Zukunft Bildung und Betreuung“ der Bundesregierung wird ein weiterer Bauabschnitt realisiert. Der Saalbau wird um den Bereich für die Nachmittagsbetreuung und weitere Räume für den künstlerisch-handwerklichen sowie naturwissenschaftlichen Unterricht erweitert.
Auch eine neue, helle und moderne Schulküche mit den entsprechenden Nebenräumen wird eingerichtet. Im Speisesaal finden nun bis zu 80 Schüler oder Gäste der Waldorfschule Hof Platz.
2008
Die Räume der Nachmittagsbetreuung können in Betrieb genommen werden.
In diesen Jahren entstehen zusätzlich in den Hausbauepochen der jeweiligen 3. Klassen unter anderem ein Backhäuschen, ein Spielhaus mit angegliedertem Sandkasten und verschiedene Sitzbänke auf dem Schulgelände.
Die Aufbaujahre der Waldorfschule Hof waren im Wesentlichen durch Baumaßnahmen geprägt. Entstanden ist ein harmonisches Gesamtensemble, das durch ökologische Bauweise, durch Farben und Formen und durch die traumhafte Lage mit Blick über den Schulwald und den Stadtrand Hofs bis hin ins nahe Fichtelgebirge besticht.
Die Entwicklung geht weiter
2009
Wir werden „Offene Ganztagesschule“. Der Ausbau als „Lebensraum Schule“ erfährt eine neue Qualität: Für die Schülerinnen und Schüler der Mittel- und Oberstufe gibt es verschiedene Zusatzangebote als Arbeitsgemeinschaften. Bei Sport, Spiel, Musik und anderen künstlerischen Angeboten können die Kinder und Jugendlichen ihre Interessen gemeinsam und mit Unterstützung von Lehrern und Übungsleitern am Nachmittag in der Schule verwirklichen. Das Angebot ist wie alle Betreuungsangebote für die Eltern kostenfrei, so dass auch keine sozialen Hürden für die Teilnahme bestehen.
2013
Mit der Einrichtung eines „praktischen Zuges“ geben wir interessierten Schülerinnen und Schülern der Oberstufe die Möglichkeit, sich neben dem Unterricht mit verschiedenen Projekten auf das spätere Berufsleben vorzubereiten. Die Einrichtung eines Oberstufenraumes, eine Fahrradwerkstatt, Organisation von Sportevents und vieles mehr fordert und fördert die Schülerinnen und Schüler.
Um die Qualität des Essens in der Schulküche weiter zu erhöhen, stellen wir den Wareneinsatz auf biologische Lebensmittel um. In Zusammenarbeit mit dem neuen Hauptlieferanten, dem Bioladen „VollGut“ in Hof werden ab sofort fast 100 % frische Bioprodukte verarbeitet, um den Schülerinnen und Schülern ein gesundes, schmackhaftes und trotzdem preiswertes Mittagessen mit Salatbuffet, Suppe, Hauptgang und Dessert anzubieten. Bis zu 150 Essen werden so täglich in unserer eigenen Küche von einem festangestellten Koch produziert.
21-Jahr-Feier
Mit einem großen Open-Air-Fest begeht die Schule zum Beginn des Schuljahres 2013/14 ihren 21. Geburtstag. Endlich „volljährig“! Den Gedanken einer Entwicklung in Jahrsiebten, auf dem die Waldorfpädagogik aufbaut setzen wir auch bei der Planung unserer Jubiläen um. Ohne lange Festveranstaltung aber mit einer großen Bühne im Schulhof und vielen Bands aus dem Umfeld unserer Schule gab es ein buntes Live-Programm, bei dem von Folklore bis Heavy Metal für jedes Alter und (fast) jeden Geschmack etwas dabei war.
Erwachsen werden auch unsere Schülerinnen und Schüler. Mit Beginn des Schuljahres beginnt die erste ehemalige Schülerin unserer Schule „auf der anderen Seite“ – sie ist unsere neue Eurythmielehrerin. In den nächsten Jahren kommen zwei weitere KollegInnen hinzu, die die Schule schon als SchülerInnen kennen gelernt haben. Herzlich Willkommen!
2014
Dynamisch, farbenfroh und kraftvoll strahlt es uns entgegen – das neue Logo unserer Freien Waldorfschule Hof. Mit dem Start in das neue Schuljahr 2014/15 trägt es unsere Vision der Lehre auf der Basis der Dreigliederungsidee künftig in die Welt. Es soll uns fröhlich stimmen, kreativ beflügeln, den Spaß am Lernen zeigen und ein Zeichen für das „Wir“ bei Waldorf sein.
2016
Mit der Einschulung der größten ersten Klasse seit der Gründungsphase erhalten wir die Bestätigung, dass die Waldorfpädagogik für Eltern eine attraktive Alternative für die Bildung ihrer Kinder bietet. Wir wünschen Euch eine schöne Schulzeit und viel Wissbegier!